Bei den deutschen Bauzinsen war seit Oktober 2019 ein leichter Anstieg beobachten. Doch im Februar 2020 drehte sich im Corona-Fieber der Trend. Wirkt sich die Angst vor dem Coronavirus tatsächlich auch auf die Bauzinsen aus? Die derzeit schwer abschätzbaren Risiken rund um das Coronavirus könnten solch ein Faktor sein.

Weltweite Unsicherheit an den Finanzmärkten

Hypotheken-(Bau)zinsen bilden das Zinsniveau von Pfandbriefen ab, denn mit diesen finanzieren Banken zum allergrößten Teil Ihre Baukredite. Je geringer die Zinsen für Pfandbriefe sind, desto weniger bezahlen die Banken für das Geld und geben diese geringeren Refinanzierungskosten dank eines harten Wettbewerbs unter den Darlehensgebern als niedriger Bauzinsen an die Kunden weiter. Die Rendite der Pfandbriefe fiel aufgrund der Corona-Unsicherheit an den Finanzmärkten innerhalb weniger Wochen um 0,25 Prozentpunkte. Diese Entwicklung dürfte der Hauptgrund für die derzeit weiter sinkenden Hypothekenzinsen sein.

Was tut die EZB?

Seit der Finanzkrise 2008 verfolgt die EZB eine sehr expansive Geldpolitik. Der Leitzins liegt bei 0%. Viele Marktteilnehmer stellen sich angesichts der Corona-Epidemie nun die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten hat die EZB eigentlich noch bei dieser oder einer anderen Krise?

2020 werden die Hypothekenzinsen nicht wesentlich steigen

Natürlich weiß heute niemand, wie und wo sich das Coronavirus weiter ausbreitet und wie heftig die Dellen in die Weltwirtschaft sein werden. Aber die weltweiten Unsicherheiten werden nicht mit Corona vorbei sein. Vieles spricht derzeit für weiter sehr niedrige Hypothekenzinsen. 

Quelle: Eigene Recherche, Hüttig&Rompf, Foto: EADpus

Seit vergangenem Sonntag ist in Berlin das Gesetz der rot-rot-grünen Koalition zum bundesweist umstrittene Mietendeckel in Kraft. Das Berliner Mietendeckel-Gesetz friert die Mieten in Bundeshauptstadt für fünf Jahre ein. Ausgenommen sind Sozialwohnungen und Neubauwohnungen ab dem Baujahr 2014.

Ob das Gesetz und damit der Mietendeckel lange Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Im Rahmen einer abstrakten Normenkontrolle kann von der Bundesregierung, einer Landesregierung oder einem Viertel der Mitglieder des Bundestags Klageantrag gestellt werden. Wie angekündigt haben mehr als ein Viertel der Abgeordneten des Deutschen Bundestages eine Klage gegen den Berliner Mietendeckel vor dem Bundesverfassungsgericht unterschrieben unterstützen mehrere Bundestagsabgeordnete eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Noch deutlich vor der Sommerpause soll die Klage fertiggestellt sein. Und so kündigt Jan-Marco Luczak, CDU-Mietrechtsexperte und Koordinator der Initiative gegen den Mietendeckel eine schnelle Umsetzung an. „Wir wollen das von Rot-Rot-Grün in Berlin verursachte wohnungspolitische Chaos schnellstmöglich beseitigen und für alle Beteiligten Rechtssicherheit schaffen“, erläutert Luczak. Die Kläger sehen den Mietendeckel als verfassungswidrig an, weil der nur der Bund und nicht die Bundesländer die für das Mietrecht notwendige Gesetzgebungskompetenz besitzt. Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin maße sich laut Luczak an, die sorgfältige Abwägung des Bundesgesetzgebers zwischen den Interessen von Mietern und Vermietern durch seine eigene zu ersetzen.

Quelle: Eigene Recherche, AssCpmpact, Foto: Augsburger-Allgemeine

Die Mietpreisbremse hat bisher kaum Wirkung gezeigt. Als Reaktion hat der Bundestag die Regelung bis zum 31.12.2025 verlängert und zusätzlich noch verschärft. Das Parlament stimmte mehrheitlich – diesmal auch mit den Stimmen der „Grünen“ dem Gesetzesentwurf zu. Anders als im ersten Gesetz können Mieter jetzt auch rückwirkend Ansprüche geltend machen. Der Anspruch von Mietern auf Rückzahlung von zu viel gezahlter Miete aufgrund Überschreitung der zulässigen Miete bei Mietbeginn wird auf die ersten 30 Monate des Mietverhältnisses ausgedehnt. Währen den Grünen – trotz deren Zustimmung - und den Linken die Regelungen nicht weit genug gehen und weitere Verschärfungen fordern, sind FDP und AfD strikt gegen Eingriffe in den Wohnungsmarkt. Sie lehnen daher zu Recht nicht nur die nun beschlossene verschärfte Mietpreisbremse, sondern auch den Berliner Mietendeckel ab. Beim Immobilienverband IVD stößt das Vorhaben unverändert auf Kritik. „Die Politik dreht die Regulierungsschraube solange weiter, bis der Wohnungsmarkt komplett zum Erliegen kommt“, meint IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Mietpreisbremse, Mietspiegelmanipulationen, Mietendeckel, Mietenstopp oder auch Enteignungspläne seien Teile einer immer mehr ausufernden staatlichen Interventionsspirale, die vom eigenen politischen Versagen auf dem Wohnungsmarkt ablenken solle.

Quelle: Eigene Recherche, ASSCompact. Foto: Adobe Stock