Freitag, 22 November 2019 06:42

Mietendeckel hat erste, negative Folgen !

Genossenschaften stoppen wegen Millioneneinbußen ihren Wohnungsbau auf den Buckower Feldern. Dies obwohl der Wohnungsbau auf den Buckower Feldern in Neukölln zu den wichtigsten Bauvorhaben des Senats zur Entspannung des Wohnungsmarktes gehört. Der Oberster Bauherr und Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte die Zukunft der Buckower Felder selber vorangetrieben. Dort sollten ab dem Jahr 2021 zu bezahlbaren Preisen 900 Wohnungen entstehen. Denn die landeseigene Firma „Stadt und Land“ baut dort – und wählte dazu noch Genossenschaften als Partner, weil diese für langfristig günstige Mieten in Berlin stehen.

Doch die Genossenschaften steigen aus und begründen das mit der Einführung des Mietendeckels. Die Vorstände der landeseigenen Stadt und Land, die Chefs der „Gemeinnützigen Baugenossenschaft Steglitz“ (GBSt) sowie der bwv (bauen wohnen vertrauen) begründen dies damit, dass durch den Mietendeckel nach deren Berechnungen allein in den nächsten fünf Jahren ca. Neun Millionen Euro Mieteinnahmen fehlen“. Tenor: Wir können uns den Neubau in Buckow nicht leisten". Dabei wird es aber nicht bleiben. Die Vorstände rechnen damit, dass der Mietendeckel nicht wie versprochen nach fünf Jahren wieder abgeschafft wird. Im Gegenteil, denn die Begrenzung der Mieten sei „nicht dazu geeignet, den zur Marktentspannung erforderlichen Neubau zu fördern“. Dabei reichen zurzeit bereits die fertig gestellten Wohnungen von ca. 14.000/Jahr in Berlin bei weitem nicht aus, um allein die zusätzlich in die wachsende Stadt strömenden Menschen mit Wohnraum zu versorgen. So gesehen müsste der Mangel langfristig politisch verwaltet werden. Nach Auffassung der Wohnungsverbände macht diese staatliche Regulierung für die meisten Unternehmen die Neubauvorhaben unwirtschaftlich. Nur noch die politisch gelenkten landeseigenen Firmen seien – gezwungener Maßen – bereit zu diesen Bedingungen zu investieren. 

Quellen: Eigene Recherche, Foto wohnträume

Freitag, 15 November 2019 12:24

Musizieren nur 3 Stunden !

Zu Hause Musik machen – ob alleine oder zu mehreren – ist eine übliche Freizeitbeschäftigung und entfaltet Lebensfreude. Einschließlich des dazugehörenden Übens ist es gemäß Bundesgerichtshof grundrechtlich zur freien Entfaltung der Persönlichkeit geschützt. Nachbarn müssen dies solange hinnehmen, solange es nicht unzumutbar ist. Aber genau diese Einschätzung führt immer wieder zu Streit zwischen den Nachbarn. Der Bundesgerichtshof hat jetzt geurteilt, dass an Werktagen grundsätzlich 2 bis 3 Stunden und an Sonn- und Feiertagen 1 bis 2 Stunden Musizieren und oder Üben zulässig und zumutbar sind.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, BGH AZ V ZR 143/17, Foto wohnträume

Mittwoch, 06 November 2019 14:21

Badumbau bei Home-Office nicht abzugsfähig !

Home-Office Arbeitsplätze sind heute keine Ausnahme mehr. Und wer Zuhause arbeitet kann das Finanzamt an den anteiligen Aufwendung für das Home-Office beteiligen, wenn die Rahmenbedingungen für das Home-Office erfüllt werden. Und wer Zuhause arbeitet benutzt dazu auch die Diele und das WC. Ähnlich der Nutzung in einem externen Büro. Mit dieser Begründung wollte ein Selbständiger mit Home-Office das Finanzamt - anteilig gemäß der Größe seines Home-Office an der Gesamtwohnung - an den Kosten für die Bad- und Dielensanierung beteiligen. Als dies verwehrt wurde klagte der Selbständige bis zu Bundesfinanzhof. Dieser urteilte: Zu den steuerlich abziehbaren Aufwendungen für ein Home-Office gehören nur die Aufwendungen für die Räume, die lediglich im untergeordneten Umfang privaten Wohnzwecken dienen. Für WC, Bad, Küche und Diele trifft dies nicht zu.

Quellen: Eigene Recherche, LBS aktuell, Bundesfinanzhof AZ VIII R 16/15