Freitag, 14 Februar 2020 11:38

Kinderlärm ist zu ertragen !

Bundesdeutsche Gesetze stellen Kinder unter einen besonderen Schutz. Auch innerhalb der Wohnung dürfen Kinder Rennen, Hüpfen, Poltern und auch Schreien ist erlaubt. Besonders kleine Kinder dürfen ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben. Aber wieviel Lärm ist zuviel? Bislang hatten die Gerichte dies nicht entschieden. Nun aber hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch Kinderlärm ein Grund für eine Mietminderung sein kann. Generell gilt: Je kleiner die Kinder, desto eher haben sie ein Recht darauf, gelegentlich Krach zu machen. Und nächtliches Babygeschrei kann ohnehin nicht verboten werden. Auch wenn Eltern ihre Kinder schon vor 7:00 Uhr morgens wecken müssen ist Kinderlärm oft nicht zu vermeiden ist. Auch dann sind die Eltern im Recht. Einen "normalen" Lärmpegel müssen die Mitbewohner hinnehmen, sagt der Bundesgerichtshof. Aber der hat eben doch auch Grenzen. Wenn zum Beispiel der zehnjährige Nachwuchs ab 22:00 Uhr seine neue Lieblings-CD in voller Lautstärke anhört, ist dies nicht mehr normal. Denn in dem Alter sollten Kinder verstehen, dass die Lautstärke für die Nachbarn störend und folglich verboten ist und zu Mietminderungen berechtigt. Letztlich sollten Familien mit kleinen wie auch mit größeren Kindern versuchen, das Zusammenwohnen auch für die Nachbarn erträglich zu halten.

Quelle: Eigene Recherche, Jutta Rogge-Strang, BGH Beschluss v. 22.8.2017, VIII ZR 226/16. Foto: Adobe Stock