Freitag, 15 Februar 2019 13:25

Immobilienboom geht weiter ?

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen seit 8 Jahren ununterbrochen. Einige Experten warnen vor einer Immobilienblase in den Großstädten. Die BaFin ist über die Immobilienpreisentwicklung beunruhigt, die Bundesbank beobachtet Preisübertreibungen und die Schweizer Bank UBS sieht eine Blasengefahr in München und Frankfurt. Die Commerzbank allerdings glaubt dies nicht und rechnet in ihrem aktuellen Immobilien-Monitor mit einer Fortsetzung der Preis-Rally. "Anders als etliche Analysten sehen wir 2019 kein Ende des Booms", sagt Commerzbank-Experte Marco Wagner. Es gebe keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Immobilienbooms und verweist auf den Erschwinglichkeits-Index. Denn weiterhin niedrige Zinsen und ordentlichen Lohnsteigerungen sorgen dafür, dass Wohnimmobilien im historischen Vergleich erschwinglich blieben. Und dies obwohl die Immobilienpreise in Deutschland seit 1989 um rund 85% gestiegen und deutschlandweit um gut zehn Prozent überbewertet sind. Dieser Trend dürfte nach Ansicht von Marco Wagner anhalten und die Häuserpreise weiter spürbar steigen. Das liegt auch daran, dass die Bauwirtschaft die steigenden Nachfrage nicht erfüllen kann.

Mittelfristig sind andere Immobilien-Experten skeptischer. Ulrich Höller, Vorstandschef der GEG German Estate Group, will nicht von einer Blase sprechen, warnt aber "vor schwierigen Zeiten" im Spätzyklus des aktuellen Wirtschaftsbooms. Und der deutsche Pfandbriefbankenverband sieht eine Abschwächung der Preisanstiege in Städten wie Berlin oder München. Der Wachstumsabstand zwischen Metropolen und Umland ist nicht mehr so groß. Laut Jens Tolckmitt ist eine harte Korrektur nicht zu erwarten. Allerdings dürfte die ausufernde Regulierung den deutschen Wohnimmobilien-Markt langfristig deutlich ausbremsen. Mietpreisbremse, Grundsteuerreform, verschärftes Mietrecht, Reduzierung umlagefähiger Modernisierungskosten, zusätzliche städtebauliche Eingriffe oder gar der Ruf nach einem Mieterhöhungsstopp schrecken Investoren zunehmend ab", meint Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA).

Quellen: eigene Recherche, Commerzbank Research, BulwienGesa AG, Immowelt, Statistisches Bundesamt, ARD, Notker Blechner, GEG, ZIA